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Termin Informationen:

  • Fr
    31
    Mai
    2019

    AntiBa – Der Barbarei entgegentreten

    18:00 Uhrreact!OR, Frühlingsstr. 17, 87439 Kempten

    Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus
    Vortrag von Lothar Galwo-Bergemann

    Beginn um 19 Uhr

    Seit fünf Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014 skandierten
    erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

    Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“
    von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiph antasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, „wir“ könnten ja schließlich „nicht alle aufnehmen“. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und wirkliche oder eingebildete MuslimInnen. Die AfD rückt immer weiter nach rechts und nimmt protofaschistische Züge an. Sie verliert deswegen nicht etwa an Zustimmung, sondern treibt die anderen Parteien vor sich her. Das funktioniert, weil auch deren Basis zu nicht geringen Teilen anfällig für derlei “Gedankengut“ ist.Die konformistisch rebellierenden Marktwirtschaftsinsassen, die ihre Identität aus der „ehrlichen Arbeit“ beziehen, wähnen sich von dunklen Bösewichten bedroht. Nicht nur dort, wo ihre vermeintlichen Heilsbringer bereits regieren, wie in Polen oder Ungarn, wird Rechtsstaatlichkeit immer unverfrorener unterhöhlt. Darauf verweisen u.a. die in Deutschland geplanten Polizeiaufgabengesetze.

    Protofaschisten rühmen sich ihres angeblichen Kampfes gegen Islamisten.
    Doch in Wirklichkeit sind sie deren enge Seelenverwandte. Dies offenbart
    nicht zuletzt ihr gemeinsamer Antifeminismus und Antisemitismus. Jede
    Verharmlosung des einen oder des anderen dieser scheinbaren Kontrahenten
    verbietet sich kategorisch. Antifa, das ist ihr unschätzbares Verdienst,
    will in Zeiten, in denen leider keine Aussicht besteht, die Verhältnisse
    grundsätzlich zum Tanzen zu bringen, wenigstens den allerschlimmsten und
    barbarischsten Kräften in den Weg treten. Wer um ein Minimum an
    Menschenwürde und um Mindestvoraussetzungen für eine irgendwann
    vielleicht doch noch gelingende Emanzipation kämpfen will, muss sich der
    anschwellenden Barbarei in all ihren Facetten entgegenstellen. Vor
    welchen Herausforderungen theoretischer wie praktischer Art steht
    Antifaschismus heute? Wie hilfreich und wie problematisch ist die so
    genannte „Islamdebatte“? Wie tauglich sind Begriffe wie „Islamismus“,
    „Islamophobie“ oder “Islamkritik“? Was hat djihadistischer Terror mit
    dem Islam zu tun – und was mit der kapitalistischen Moderne? Warum
    konnten viele Linke nicht über „Köln“ reden? Wie ist ein
    emanzipatorischer Anspruch inmitten einer zunehmend verrückter werdenden
    Umgebung aus moslemhassenden Sarrazindeutschen, tatsachenresistenten
    Linken, Nazis und Djihadisten zu formulieren? Wie kann er praktisch werden?

    /Lothar Galow-Bergemann/ schreibt u.a. in Jungle World, konkret und auf
    www.emafrie.de

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