LiA ist wieder da!

Lange war es ruhig um das LiA-Bündnis. In der  Zwischenzeit hat sich viel getan in der linken Szene im Allgäu. Vor allem gibt es einige neue Gruppen.  Deshalb wurde die Bündnisarbeit wieder aufgenommen, sich vernetzt und bereits die ersten Sachen gemeinsam auf die Beine gestellt:

  • Am 20. Mai ab 18:30 Uhr gibt es in der Tonne in Wangen eine Party unter dem Motto „LiA-Reanimieren“ – genauere Infos folgen noch ⇒ Save the Date!
  • Das Selbstverständnis wurde erneuert
  • Die Homepage wurde an der ein oder anderen Ecke auch umgestalltet

Wir haben auch schon viel Weiteres geplant … es lohnt sich auf jeden Fall wieder öfters auf der Homepage vorbei zu schauen 😉

Beitrag einer Intensivpflegerin aus München

In der aktuellen Situation werde ich und meine Kolleg*nnen oft gefragt, was die Pflege braucht, was man genau für sie tun müsste um die Situation zu verbessern. Das wird dann meist gefolgt von einem „Ich könnte das ja nicht.“. Früher hatte ich für diese Aussage nur ein inneres Augenverdrehen übrig. Jemand außenstehenden zu erklären, was es heißt sich um andere Menschen zu kümmern, Verantwortung für Leben und Wohlbefinden zu übernehmen und das alles mit eigenen Bedürfnissen und Grenzen zu vereinen ist nicht einfach. Aber irgendwo müssen wir ja anfangen.
Wir brauchen ZEIT. Gute Pflege braucht Zeit.
Wir brauchen Zeit, um auch dem ängstlichen Patienten Maßnahmen dreimal zu erklären.
Wir brauchen Zeit, um die Hand eines Sterbenden bis ganz zum Schluss halten zu können.
Wir brauchen Zeit, um vorherzusehen, was alles an Komplikationen aufkommen könnte und uns darauf vor zu bereiten.
Wir brauchen Zeit, um unseren Patient*innen nach drei Wochen Beatmung zu helfen das erste Mal wieder aufzustehen.
Wir brauchen Zeit, um mit Familienangehörigen zu sprechen und ihnen zu erklären, weshalb der Vater an Weihnachten doch nicht zuhause sein wird und warum die Medikamente, die sie gegooglet haben nicht in Frage kommen.
Wir brauchen Zeit, um unsere Patient*innen durch die beschissensten Momente ihres Lebens zu begleiten und alles zu tun, dass diese nicht zu einem Trauma werden.
Aber Zeit ist teuer. Und ein System, in dem wir absurderweise mit kranken, behinderten oder alten Menschen Profit erwirtschaften müssen, kann sich Zeit für Pflege nicht leisten.
Ich arbeite seit 14 Jahren in der Pflege und sehe den Kreislauf immer wieder. „Wir stellen keine Pflegekräfte mehr ein, wir müssen sparen.“
„Oh Wunder wir können unsere Versorgung nicht garantieren weil wir zu wenig Personal haben, wo sind all die Pflegekräfte, was können wir für den Pflegemangel tun?“
Die Pandemie hat keinen Pflegemangel verursacht, die Pandemie hat ihn aufgedeckt. Sie gibt uns allen den letzten Rest, den letzten Mittelfinger des Systems.
Es wird Zeit diesen Kreislauf zu durchbrechen. Es wird Zeit für ein solidarisches System, in dem die Gesundheit und das Wohlbefinden der PatienInnen immer an erster Stelle stehen!

Zu Beginn der ersten Welle kam ein großer Hoffnungsschimmer der Veränderung auf, wir alle haben uns gehört gefühlt und waren überzeugt, dass jetzt endlich alle sehen wie ABSURD es ist in einem Gesundheitssystem Profite erwirtschaften zu müssen.
In der ersten Teambesprechung nach der Welle wurde uns dann aber sofort erklärt dass man mit der Bettenreduzierung und den Sanierungsmaßnahmen selbstverständlich weiter machen wird, dass wir jetzt den Sommer über möglichst viel erwirtschaften müssen weil durch die vielen Coronapatienten so viel Geld verloren gegangen sei. Und achja, danke für Ihre Arbeit.
Was geblieben ist in der vierten, fünften oder dreihundersten Welle ist der bittere Geschmack der Resignation. Mehr als ein Schulderzucken und Zynismus haben wir auch für Omicron nicht mehr übrig.
Wir sind da, wir sind weiterhin da. Und im Gegensatz zur öffentlichen Debatte würde von uns auch niemandem einfallen, ungeimpfte Patienten weniger gut zu betreuen wie geimpfte. Wir sind uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung nämlich bewusst. Auch wenn in ein paar Monaten kein Hahn mehr nach uns kräht, wenn Pflegekräfte nicht mehr in Talkshows eingeladen werden und Kamerateams nicht mehr über die Stationen gehen. Wir sind immer da.
Aber wir werden weniger. Weil Luft, Liebe am Helfen und Berufung leider keine Miete zahlen. Weil die Angebote in privaten Einrichtungen und Zeitarbeitsfirmen einfach zu lukrativ sind und bessere Konditionen bieten.
Zurück bleiben leere kommunale Häuser und Klinikvorstände, die sich wundern wie das denn sein kann, dass der Kapitalismus plötzlich in BEIDE Richtungen funktionieren muss, wieso man plötzlich Personal mehr Geld zahlen soll wenn der Markt leergefegt und die Nachfrage groß ist? Immerhin machen wir das doch alle aus Überzeugung und Nächstenliebe!
Ich will GAR keinen Kapitalismus im Gesundheitssystem! Ich will verdammt nochmal einfach nur die Zeit, die es braucht meine Patienten vernünftig zu versorgen und dafür genügend Gehalt, dass es sich lohnt an Weihnachten nicht bei meiner Familie zu sein, am Wochenende nicht auf eine Feier, Sonntags nicht ausschlafen zu können und wegen jahrelanger Nachtarbeit einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt zu sein.
Ich will nicht beurteilen, ob es finanziell Sinn macht eine Behandlung für meine Patient*innen zu begleiten.
Ich will beurteilen, was genau individuell, situativ und ethisch für alle das Richtige ist.
Wenn wir zwei Ziele haben – nämlich das scheffeln von Geld UND die Gesundheit der Menschen – werden wir immer wieder an den Punkt kommen, an dem wir uns für das eine oder das andere entscheiden müssen. Diesen Kompromiss möchte ich nicht eingehen, das ist nicht die Gesellschaft die ich mir wünsche. Wir sind immer nur so stark wie unser schwächster Teil und wie wir mit den kranken, alten und nicht funktionierenden Teilen der Gesellschaft umgehen ist für mich Indikation von Fortschritt.
Wenn man uns einfach machen lässt, kann gute Pflege so unglaublich viel bewegen.
Gute Pflege kann ein grausamen Schicksalsschlag in erträgliche Momente verwandeln, gute Pflege kann Schmerzen und Ängste nehmen, das Gefühl geben endlich mal in seinen Sorgen ernst genommen zu werden, Komplikationen voraussehen, medizinische Maßnahmen überflüssig machen, Leben retten und mit Humor Lachen in traurige Gesichter zaubern.
Wir können so viel, wir sind so wichtig und es ist an der Zeit, dass wir uns die Plattform nehmen, die uns gehört!
Gebt uns die Ressourcen neue Generationen selbstbewusst und kompetent auszubilden, bezahlt uns vernünftig für die harte Arbeit, gebt uns die Zeit die wir brauchen und ihr werdet sehen, dass Pflege Berge versetzen kann.
Weil wir ALLE früher oder später Pflege brauchen werden.

Beitrag einer Heilerziehungspflegerin aus Memmingen

„Zeig mir das Virus, wenn ich es nicht sehe, dann gibt es das auch nicht.“
„Ich lasse mir doch kein Gift spritzen.“
„Das ist alles gelogen, ich will meine Rechte wieder.“
„Das ist nicht meine Schuld, wenn jemand stirbt.“
„Die wollen uns alle zu Zombies machen.“

Ich habe es satt, ich habe es so satt. Ich höre mir das an und am nächsten Tag gehe ich wieder arbeiten. Ich gehe arbeiten und gebe mein Bestes für meine Betreuten, für die Meschen, die es nicht alleine durch die Krise schaffen, die es nicht eigenständig begreifen können.

Ich erkläre meiner 75-jährigen Klientin, weshalb wir dieses Mal wieder keine Weihnachtsfeier haben, obwohl sie keine Angehörigen mehr hat und das Weihnachtsfest alleine verbringen muss. Ich erkläre meinem schizophrenen Klienten, aus welchem Grund die anderen Menschen immer noch Abstand zu ihm halten und weswegen er seine Maske fast rund um die Uhr tragen muss. Ich muss auch erklären, dass ich nicht 24/7 ansprechbar bin, da ich mich auch um mein Privatleben kümmern möchte, auch wenn diejenigen alleine sind.
Ich berate meine Klientin hinsichtlich einer Covid19 Impfung, obwohl sie unfassbare Angstzustände hat.
Ich erkläre meiner depressiven Betreuten, dass es helfen würde, Kontakt zu anderen zu suchen, um auch freudige Momente erleben zu können.. und ja, dann merke ich, dass das ja gar nicht geht.

Wie kann ich denn in meiner Arbeit authentisch sein, wenn ich es selber nicht mehr verstehen kann. Wenn ich wütend bin über diejenigen, die egoistisch sind, die auf die Gesundheit und das Wohlbefinden Anderer keine Rücksicht nehmen. Ich bin wütend auf all die Menschen, die ihr eigenes Wohl über das Aller stellen. Wütend über die Verschwörungstheorien, den Schwachsinn, der mir entgegengebracht wird und die Sturheit. Wütend über die Ausnutzung meiner Arbeit. Ich bin wütend über all diejenigen, die sich damit zufrieden geben und nichts tun.

Ich bin wütend, ich bin müde, ich habe es satt.
Ich habe es auch satt, mich für meine Arbeit rechtfertigen zu müssen. Die Krise hat gezeigt, dass ich wichtig bin. Dass man mich braucht.

Ich spreche für alle Heilerziehungspfleger*innen, für alle Krankenpfleger*innen, für alle Ärzt*innen, alle Seniorenpfleger*innen, alle Erzieher*innen und alle Kinderpfleger*innen, alle Schulbegleiter*innen, für alle Sozial – und Straßenarbeiter*innen, alle Hilfskräfte und Assistent*innen in sozialen und gesundheitlichen Berufen, alle Heilpädagogen und Heilpädagoginnen, alle Therapeut*innen, alle Rettungssanitäter*innen, alle Arzthelfer*innen, für alle Hebammen und alle weiteren Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen.

Es reicht, es ist genug. Wir alle stoßen immer noch täglich an unsere Grenzen, geben unser Bestes, stellen die Gesundheit anderer Menschen über unsere eigene.
Wir wurden beklatscht und bejubelt, doch Anerkennung ist nicht ausreichend. Dank und Applaus finanziert nicht unseren Unterhalt, Jubel stellt keine fairen Bedingungen sicher.
Beim Pflegebonus wurde gemausert, die Auszahlung dessen abgewogen und hinausgezögert. Es wurde selektiert, wem dieser zusteht und wem nicht. Lohnerhöhung? – Von wegen!
Seit Jahren werden die Arbeiter*innen in Gesundheits- und Sozialberufen unter den Augen der Gesellschaft unterbezahlt und ausgenutzt. Jeder weiß es, jeder schaut zu.
Seit Jahren ist im sozialen Bereich die psychische und physische Belastung hoch und die Löhne niedrig. Die Krise hat gezeigt, wer nicht ins Homeoffice und „solidarisch Zuhause bleiben“ kann. Wer seine Gesundheit hinten anstellt, um anderen Menschen zu helfen und diese zu Betreuen.
Es gibt zu wenig Arbeitskräfte, doch entgegengewirkt wird nicht.
Die Umstände im Gesundheitssystem sind katastrophal.
Doch was passiert? Nichts!

Lasst euch nicht spalten! Es geht um den gesamten sozialen Bereich. Es darf nicht mehr sein, dass die Gesundheitspfleger*innen alleine für bessere Löhne kämpfen müssen und drei Monate später Pädagog*innen allein auf der Straße stehen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Alle sozialen Berufe müssen zusammenhalten und sich gegenseitig in Arbeitskämpfen unterstützen.
Lasst euch nicht spalten! Egal ob im Krankenhaus, im Kindergarten, im Seniorenheim, in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung oder in jeder anderen sozialen Einrichtung. Steht zusammen!
Das Problem ist der Kapitalismus. In diesem System, in dem Menschen in sozialen Berufen relevant sind, zählt Profit mehr, als der Mensch.

Wer mit seiner Arbeit Kapital produziert, ist wichtiger als diejenigen, die mit ihrer Arbeit nur Kosten für den Steuerzahler verursachen. Menschen, die Hilfe brauchen, bringen kein Geld ein. Wenn wir streiken und die Arbeit komplett niederlegen, sterben Menschen! Wenn man nichts erwirtschaftet, hat man dem System nichts entgegen zu setzen.
Daher gilt: Menschen über Profite!

Die sozialen Berufe sind in ihren Arbeitskämpfen auf die Solidarität der Bevölkerung angewiesen. Wir müssen unsere Leute unterstützen. Wir müssen gemeinsam mit ihnen auf die Straße gehen. Wir müssen für Die streiken, die nicht Streiken können.

Wir müssen uns dem Geschwurbel entgegenstellen, den Querdenkern kontern.
Wir müssen solidarisch sein. Diejenigen unterstützen, denen die Arbeit dermaßen schwer gemacht wird. Hören wir auf zu Klatschen. Hören wir auf mit den leeren Worten.
Geht auf die Straßen, seid laut, kämpft für bessere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.
So kann es nicht weiter gehen und so DARF es nicht weiter gehen!
Für alle sozialen Berufe, für unsere Betreuten, Klienten, Patienten, Bewohner, für ihre und unsere Gesundheit, für faire Bedingungen!

Beitrag eines Azuibs der Uniklinik Augsburg

Wie wir alle wissen befinden wir uns aktuell in der vierten Welle der Corona Pandemie. Einer Pandemie die von Fehleinschätzungen, Besserwisserei und Machtgeprotze geprägt ist. Während sich anfangs massiv betroffene und geschädigte Staaten wie Brasilien oder Italien mittlerweile mit einer herausragenden Impfquote schmücken, betrachten wir hier vor der eigenen Haustüre weiterhin Inzidenzwerte von mehreren 100 Infektionen/ 100.000 Einwohnern, erfahren fast täglich von schweren Verläufen der Krankheit im persönlichen Umfeld und stehen weiter vor der Frage wie es weiter gehen soll? Wird die Pandemie für uns jemals enden? Werden wir je wieder zum scheinbaren Normalzustand vor dem März 2020 zurückkehren?

Ein erneuter Blick in andere Länder der Welt gibt Hoffnung: Die brasilianische Millionenstadt Rio de Janeiro brüstet sich mit einer stolzen Impfquote von 94 Prozent. Zwischen dem 10. und dem 13. Dezember gab es keinen einzigen gemeldeten Coronafall und die 7-Tage Inzidenz lag am vergangenen Donnerstag den 16. Dezember nur noch bei 27. Und das in einer Stadt mit fast SIEBEN Millionen Einwohnern, wovon fast ZWANZIG Prozent der Bewohner in verarmten, unsauberen Favelas auf engstem Raum leben.
Verwunderlich an diesen Zahlen ist die Tatsache, dass sich das brasilianische Staatsoberhaupt Jaiiir Bolsonaro – ein offen homophober, sexistischer Rassist – zur Thematik eher unkonstruktiv äußert und aller Welt mit seinen mittelalterlichen vigilanzgeminderten Aussagen zeigt wie er als selbsternannter Experte die Lage beurteilt. So negiert er die Covid Infektion als „kleine Grippe“, unterstellt britischen Gesundheitsbehörden die Rate an AIDS Erkrankungen würde durch die Impfung steigen und behauptet zwischenzeitlich auch der Impfstoff würde Menschen in lebende Krokodile verwandeln können.

Ein Blick nach Deutschland zeigt jedoch, dass auch wir mit einer Personengruppe zu kämpfen haben, die sich selbst als Experten auserkoren hat. Während das Pflegepersonal und der allgemeine öffentliche Dienstleistungssektor unermüdlich schuftet und sich solidarisch mit älteren Gefährten unserer Gesellschaft zeigt marschieren Woche um Woche selbsternannte Freiheitskämpfer über die Straßen unserer Großstädte. Die Einhaltung von Abstandsregeln spielt selbstredend keinerlei Rolle und das Verunstalten essentieller Mund-Nasen-Bedeckungen wird für die esoterisch geprägte Freiheitsbewegung, um den Nationalsozialisten Attila Hildmann zum neuen Volkssport. Rufe, wie „Wir sind das Volk“ oder „Merkel muss weg“, die wir unlängst von Demonstrationen der Dresdner PEgidA- oder der Kölner HoGeSa-Bewegungen kennen, hallen über die Straßen und begleiten den Mob.
Anfang diesen Jahres gesellt sich eine weitere unliebsame Gruppe zu den mittlerweile scheinbar gesellschaftlich anerkannten Coronaleugnern. Eine Gruppe die ihren Ursprung in der letzten großen Pockenepidemie von 1873 findet. Damals wurden in Hamburg und Stuttgart erstmals Impfgegner-Organisationen gegründet. Bereits vor über 150 Jahren war die Sorge, unter einer Folge der Impfung schwerer als mit der eigentlichen Krankheit zu leiden groß. Zudem gab es auch damals schon erste Debatten über die Unversehrtheit des eigenen Körpers und ob der Staat das Recht besitze jeden einzelnen zu zwingen, sich einer Impfung zu unterziehen. Im vorletzten Jahrhundert war dies noch um einiges einfacher. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Kommunikation.
Während sich heutzutage jeder, überall und zu jeder Zeit zu allem öffentlich online äußern kann, war das Nachrichtenportal im vorletzten Jahrhundert noch die Zeitung bzw. die Mundpropaganda. Dementsprechend konnten sich Hetzkampagnen und Fake-News Verbreitungen nicht durchsetzen und die erste deutsche Impfpflicht wurde 1874 vom damaligen Reichskanzler Otto von Bismarck erfolgreich eingeführt.

Im Jahr 2021 spaltet das Thema um die Corona Impfung die Gesellschaft. Institutionen wie das Robert-Koch-Institut oder Führungsriegen von Ärzteteams in Unikliniken müssen sich Inkompetenz oder Verrat am Volk vorwerfen lassen. Globuli Konsumenten erheben ihre Stimme gegen anerkannte Medizinprofessoren und ein Familienvater ermordet seine komplette Familie, weil er ihre Impfpässe gefälscht hat.

Coronaleugner und Impfgegner mögen zwei verschiedene Personengruppen sein und unterschiedliche Interessen verfolgen. Jedoch gibt es bei beiden einen nicht unerheblichen gemeinsamen Nenner. Beide werden regelmäßig auf ihren Veranstaltungen von Neonazis, Faschisten oder rechtsradikalen Hooligans begleitet. Das rechte Spektrum versucht seit Beginn der Corona Pandemie sich im Lager der Ungeimpften bzw. der Verschwörungstheoretiker einzunisten. Eine Taktik, die bereits bekannt ist.
Die AFD beispielsweise versucht sich seit Beginn ihrer Legislaturperiode im Bundestag in eine Opferrolle zu schieben. Sie inszenieren sich als Opfer der links grün versifften kommunistischen Gesellschaft in Deutschland. Sie verdrehen unsicheren, teils ungebildeten Menschen mit fadenscheinigen inhaltslosen Lügengeschichten den Kopf und schüren Angst.
Angst vor der Islamisierung des Abendlandes
Angst vor dem bösen Kommunismus
Angst vor gleichgeschlechtlicher Ehe
Angst vor Klimaschutz
Angst vor Feminismus
Und letztlich eben Angst vor der Corona Impfung
Unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung des Individuums, dem Schutz der Kinder oder dem Schutz vor dem berühmt berüchtigten „Merkel-Gift“ verschleiern Faschisten ihre eigentliche Intention. Faschismus.

Hier einige Beispiele vom vorletzten Wochenende:

In Cottbus konnte eine Demonstration von Neonazi Hooligans und Kadern der Identitäten Bewegung ungestört und in martialischer Form durch die Stadt laufen

Bei einer unangemeldeten Demonstration in Gotha wurden von der Polizei Verstöße gegen das Waffengesetz festgestellt

In Augsburg konnte bei einer Veranstaltung gegen die geplante Impfpflicht in Gesundheitsberufen ein Teilnehmer als Anhänger der ultra rechten Partei „der dritte weg“ identifiziert werden

In Aschaffenburg demonstrierten 2400 Querdenker Seite an Seite mit Neonazis. Kleidungsstücke mit der Aufschrift „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ einer bekannten Holocaustleugnerin wurden gesichtet

In Neumarkt in der Oberpfalz versammelten sich 2000 Demonstrierende. 1 Woche zuvor wurde hier ein Schild mit der Aufschrift „Holocaust 2.0“ von Verschwörungsideologen gezeigt

In Greiz in Thüringen versammelten sich rund 1000 Menschen. Die Polizei wurde mit Böllern und Glasflaschen beworfen

Wir bewegen uns auf dünnem Eis, wenn wir es weiterhin akzeptieren, dass sich Verschwörungstheoretiker und Impfgegner mit Nationalisten und Holocaustleugnern die Straße teilen.
Die brasilianische Bevölkerung macht es der Welt vor, wie man eine nationale Impfkampagne durchzieht und sich den Lügen der Verschwörungsideologie entzieht. So hat der Bundesstaat Sao Paolo ohne Absprache mit dem Staatsoberhaupt Bolsonaro gut 4.000.000
Millionen Impfdosen aus Asien importieren lassen. Und die Bevölkerung? Die hat das Impfangebot angenommen. Sich nicht auf vermeintliche Expertenaussagen eines Ultrarechten verlassen sondern gehandelt. Ihrem Gesundheitsminister und Ärzten vertraut und sich impfen lassen.

Um den in Deutschland äußerst renommierten Astrophysiker und Naturphilosophen Harald Lesch zu zitieren: „Bitte nutzt eine der größten Erfindungen der Menschheitsgeschichte und verhaltet euch nicht wie Steinzeitmenschen die von Krankheitserregern und Medizin keine Ahnung hatten“.

Drum lasst uns gemeinsam diese Bürde nehmen. Die Impfung ist unser einziger Ausweg!

Redebeitrag der Autonomen Bande Memmingen zum Thema Pflege

Die Coronakrise wirkt wie ein Brennglas auf Probleme und Missstände in Gesellschaft und System. Unter anderem auf die Situation von Arbeiterinnen in Sozial- und Gesundheitsberufen. Die an Zynik kaum zu überbietende Klatschaktion während der ersten Coronawelle hat gezeigt, dass weite Teile von Politik und Gesellschaft noch lange nicht verstanden haben, wo die Missstände in den Sozialen-und Gesundheitsberufen liegen. Die hohe Belastung durch Schichtarbeit, der psychische und physische Druck und die privaten und persönlichen Entbehrungen die durch Care-Arbeit entstehen sind nicht mit Klatschen und Einmalzahlungen zu entschädigen. Seit Jahren fordern Beschäftigte und Gewerkschaften mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Leider nur mit geringem Erfolg. Viel zu oft müssen sich Arbeiterinnen mit zu geringen Gehaltserhöhungen und anderen Entschädigungen zufrieden stellen.

Der Grund für diese Umstände ist ein krankes System, indem Profite wichtiger sind als Menschen. Jedes Jahr müssen wir dabei zusehen wie große Wirtschaftsunternehmen ihre Umsätze steigern, während Menschen die in ihren Berufen Menschen helfen leer ausgehen.
Oft kümmern sie sich um Menschen die aufgrund von Krankheit, Behinderung oder Alter für das kapitalistische System nicht zu verwerten sind. Das ist der Grund wieso in diesem Sektor zu wenig Geld zur Verfügung steht um beispielsweise bessere Löhne zu zahlen oder mehr Personal einzustellen um Angestellte zu entlasten.
Ein weiterer Fehler im System, ist die Privatisierung des Gesundheitssektors. Krankenhäuser und Co werden geführt wie Wirtschaftsunternehmen. Hilfe ist nur Lohnenswert wenn sie Gewinn bringt. Der Einzug des Kapitalismus in das Gesundheitswesen macht die Carearbeit noch schwerer für die Beschäftigten. Hier ist zu sehen, dass die Profite mehr zählen als Menschen. Carearbeit darf nicht Wirtschaftsfaktoren unterliegen. Der Abbau von Intensivbetten in Kliniken ist eine Auswirkung dieser Privatisierungen.
Von Querdenkern wird dieser Abbau immer wieder als Argument her genommen, dass die Coronapandemie „nicht so schlimm sein kann“. Hier zeigt sich, dass diese Heuchler kein Interesse an Systemkritik haben sondern nur an der Instrumentalisierung der Missstände im Gesundheitssektors für ihre Interessen.
Arbeitskämpfen in diesem Bereich sind schwierig.
Konsequent gestreikt werden kann nicht, da sonst Menschen sterben. Lediglich symbolische Streiks sind möglich. Und die tun niemandem weh außer den schwächsten der Gesellschaft.

Der Kampf um faire Arbeitsbedingungen in Sozial- und Gesundheitsberufen ist auch ein Kampf um Gleichberechtigung. Careberufe werden traditionell schlechter bezahlt, da in diesem Bereich eine höhere Frauenquote Standart ist. Hier wird das Problem des Genderpaygap und patriarchal geprägter Rollenbilder an einer ganzen Branche sichtbar.

Die Anerkennung in der Gesellschaft steigt. Leider zahlt Anerkennung keine Rechnungen. Diese Anerkennung gilt es umzuwandeln in echte Solidarität.
Echte Solidarität bedeutet sich hinter die Arbeiterinnen zu stellen.
Echte Solidarität bedeutet die Gründe für diese Missstände zu erkennen und anzuklagen.
Echte Solidarität bedeutet langfristig bessere Arbeitsbedingungen zu fordern.
Echte Solidarität bedeutet nicht sich Temporär mit den Arbeiterinnen zu solidarisieren, wenn es einem gerade selbst in die eigene, egoistische Agenda passt wie es beispielsweise bei den „Solidaritätskundgebungen“ aus dem Querdenkermillieu der Fall war. Hierbei ging es darum die Impfpflicht für soziale Berufe zu kritisieren. Diese egoistische und oberflächliche Aktion zeigte, dass weder die allgemeinen Umstände der Menschen in sozial- und Gesundheitsberufen kritisiert wurde geschweige denn die Gründe die diese möglich machen. Es wurde mit einer anmaßenden Arroganz und der Unterstützung ein paar weniger aus dem Beruf kommenden den Care-Arbeiterinnen versucht zu diktieren wie sie sich zum Thema Impfpflicht verhalten zu haben.
Das ist keine Solidarität. Das ist Instrumentalisierung.
Lasst uns gemeinsam hinter den Arbeiterinnen stehen, die dieses kaputte System am Leben halten. Lasst uns hinter den Angestellten in Krankenhäusern, Wohnheimen, Ambulanten Diensten, Kindergärten und Kitas und allen anderen in Sozial- und Gesundheitsberufen stehen. Menschen über Profite. Für faire Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen. Gegen die Privatisierung des Gesundheitssektors. Für ein wirklich soziales System.

Kundgebung für Solidarität mit den Arbeiter*innen in sozial- und Gesundheitsberufen in Memmingen

Am Montag stand unsere „Linksdenken Allgäu“ Kundgebung unter dem Motto „“. Rund 80 Leute versammelten sich auf dem Marktplatz um für einen vernünftigen Umgang mit der Pandemie und für ein wirklich soziales System einzutreten. Highlights waren die persönlichen Redebeiträge einer heilerziehungspflegerin und einer Intensivpflegerin. Beide waren sich einig: ein Gesundheitssystem, dass Gewinnorientiert arbeitet kann nie für eine gute Pflege sorgen. Das widerspricht sich einfach grundlegend. Gleichzeitig sind sie sauer über den Egoismus und die Lügen die die sog. Querdenker jeden Montag in Memmingen in die Welt setzen. Dem stimmten auch einige vorbeilaufende Passant*innen zu.
Wir werden weiterhin jeden Montag am Marktplatz sein, um zu zeigen dass es natürlich richtig ist, den Staat zu kritisieren, aber dann doch bitte richtig. Kommt beim nächsten mal vorbei!

Alle zusammen gegen den Faschismus – Linke Gegenmacht aufbauen!

„Höcke kommt nach Memmingen!“ Mit diesem Satz wirbt die AfD für eine Veranstaltung in der Memminger Stadthalle am Samstag. Es dürfte klar sein, dass wir es nicht einfach hinnehmen werden, wenn diese faschistische Partei in unserer Stadt öffentlich auftritt. Gerade die Person Björn Höcke steht für den klassischen NS- Flügel der AfD. Er fällt immer wieder mit besonders strammen Nazisprüchen auf und hat maßgeblichen Anteil an der Diskursverschiebung nach rechts in den letzten Jahren. Durch bewusste Tabubrüche sorgt er besonders für die
Normalisierung faschistischer Inhalte in der Öffentlichkeit. Das sollte man ihm nie vergessen. Er tritt zusammen mit weiteren lokalen Größen der AfD auf, die ihm in Ekelhaftigkeit in nichts nachstehen. So versuchen sie die Coronakrise für ihre Zwecke zu benutzen und bieten der Memminger Öffentlichkeit ihre menschenfeindlichen Krisenlösungen an, ganz in der
Tradition der NSDAP.
Doch es geht nicht nur um einzelne Personen und wie schlimm diese sind.
Diese Gesichter sind alle austauschbar und der Nachschub an Menschen mit ähnlichen Einstellungen ist in einer kapitalistischen Gesellschaft nichts Verwunderliches. Eine Gesellschaft, die auf Konkurrenz und Ausbeutung basiert, wird immer wieder solche Herrenmenschen produzieren.
Ein Staat, der strukturell rassistisch ist und Menschen je nach Herkunft unterschiedlich behandelt, legt nahe diejenigen, die er schlechter behandelt, für etwas Schlechteres zu halten. Er legt nahe, froh zu sein, nicht zu denen zu gehören, die weniger Rechte haben. Er legt nahe, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten. Doch es ist kein Automatismus.
Es geht auch anders und genau dieses Andere ist unser Vorschlag: Die gute alte Solidarität wiederentdecken!
Rechte Krisenlösungen laufen immer auf den Erhalt von Unterdrückung hinaus. Doch wie kann ich frei sein, wenn es nicht alle sind? Was wir brauchen ist eine echte linke Alternative. Der beste Schutz gegen das Aufkommen faschistischer Bewegungen ist der Aufbau von linker Gegenmacht von unten. Machen wir Solidarität wieder erfahrbar, wenn wir uns
gemeinsam gegen die Betriebsleitung, gegen Vermieter*innen oder
unverschämte Polizeikontrollen wehren.
Schützen wir uns gegenseitig vor denen, die Höckes Worte ernst nehmen und unsere Freunde, egal woher sie kommen, angreifen. Zeigen wir den Menschen um uns herum wirkliche Alternativen zur täglichen Katastrophe auf! Hören wir auf, denen zu
glauben, die immer noch erzählen es ginge nicht anders. Es muss anders gehen oder es geht bald gar nichts mehr.
Machen wir am Samstag ganz Memmingen klar, dass die AfD kein einziges gesellschaftliches Problem lösen kann. Machen wir klar, dass Faschos in dieser Stadt nichts zu suchen haben. Und stellen wir klar, dass eine öko-sozialistische Politik das beste Mittel gegen diese Menschenfeinde ist und ihnen nur so der Boden entzogen werden kann.
Höcke verpiss dich!
Hoch die internationale Solidarität!

Spontankundgebung gegen ‚Querdenks‘ auf dem Marktplatz in Ottobeuren

Am vergangenen Montag fand in Ottobeuren eine kleine Veranstaltung der sogenannten Querdenker:innen statt. Die Autonome Bande Memmingen ließ dies noch unkommentiert zu. Ca. 15 Teilnehmenden standen 10 kurzfristig mobilisierte Antifaschist:innen gegenüber, die sich mit folgendem Redebeitrag positionierten:

Hallo zusammen,
es ist natürlich nicht so als gäbe es nicht viele Gründe auf die Straße zu gehen. Wir stehen vor einer Klimakatastrophe, die Schere zwischen arm und reich wird mal wieder größer, zu wenig Wohnungen, zu niedriger Lohn, Polizeigewalt, rechter Terror und so weiter. Oder, ganz aktuell, das Thema der Impfstoffbeschaffung. Auch wenn jetzt nach fast 5 Monaten mal langsam genug da ist, ist es ein Armutszeugnis, wie lange das gedauert hat. Hier zeigt sich mal wieder die Unfähigkeit der Marktwirtschaft die Bevölkerung mit den Sachen zu versorgen, die sie dringend brauchen. Die Pharmakonzerne, die jetzt mit Impfstoffen Profit machen, nachdem sie durch Steuergelder finanziert wurden, gehören enteignet. Oder mindestens sollte man ihre Patente freigeben, damit das Zeug in Massen produziert werden kann. Denn auch wenn wir jetzt hier vielleicht genug haben: Im globalen Süden wird es so noch ewig dauern bis alle geimpft sind. Eine Pandemie kann aber nur global bekämpft werden. Wollen wir also die Corona Krise schneller beenden, müssen wir die Macht der Konzerne brechen.
Aber zurück zum Thema: Während es seit Jahren genug Gründe gäbe auf die Straße zu gehen, sehen wir hier in Deutschland eine Bewegung aufkommen, die meint gerade jetzt sei ihre Freiheit bedroht. Zum ersten Mal in ihrem Leben werden sie dazu genötigt, sich selbst einzuschränken um andere Menschen zu retten und schon machen sie einen auf Pseudo- Revoluzzer. Das große Jammern der Kleinbürger:innen, die sich noch nie für irgendwas anderes interessiert haben, als ihren Kontostand. Sie fühlen sich jetzt bedroht, weil sich für sie tatsächlich mal was ändert. Und kommen so auf die verrücktesten Ideen, die nichts mehr mit der Realität zu tun haben. Deshalb hat diese Bewegung auch keine Berührungsängste mit Nazis und anderen Irren. In Deutschland gab es schon einmal eine Bewegung, die sich in einen irrationalen Wahn hineingesteigert hat. Wohin das geführt hat, wissen alle.
Die Bundesregierung hat in ihrer Rettungspolitik Prioritäten gesetzt und das Kleingewerbe über die Klippe springen lassen. Das sorgt natürlich für Frustration bei den Betroffenen. Deswegen muss man aber nicht gleich Faschist:in werden und sich der Realität komplett verweigern. So läuft es nun einmal im Kapitalismus, das hat nichts mit einer Verschwörung zu tun.
Was wir brauchen ist eine sinnvolle Lösung akuter gesellschaftlicher Probleme. Da hilft kein Leugnen: ob es um eine Pandemie geht oder den Klimawandel, an den viele ja ums Verrecken auch nicht glauben wollen. Getreu nach dem Motto: ich mach mir die Welt, wie sei mir gefällt. Bringen wird das am Ende nichts, weil Naturgesetze sich nicht um unsere Meinung kümmern. Wir brauchen Maßnahmen, die sich an den Erkenntnissen der Wissenschaft orientieren, nicht an den Interessen des Großkapitals. Würde man schneller impfen, bräuchte niemand mehr derart freiheitsfeindliche Maßnahmen, die viele zurecht ablehnen. Würde man am Arbeitsplatz mehr auf den Infektionsschutz achten, bräuchte man im privaten Bereich keine derart krassen Maßnahmen.
Anstatt sich also über die zeitweise Einschränkung der Grundrechte zu beklagen und darin eine riesen Verschwörung zu sehen, wäre es mal angebracht darüber nachzudenken, was sonst noch so auf der Welt passiert und wie das System funktioniert, in dem wir leben.
Deshalb bleibt nur zu sagen: hier braucht euch keiner, geht bitte wieder nach Hause und denkt mal drüber nach, was wirkliche Probleme sind.

Ihr seid keine Sicherheit!

Redebeitrag zum Polizeiproblem anlässlich des achten Mai 2021
Autonome Bande für den revolutionären Umbruch Memmingen

Hallo zusammen,
dieses Jahr steht der 8. Mai nicht nur im Zeichen der Befreiung vom Faschismus vor 76 Jahren. Die Initiative „ihr seid keine Sicherheit“ macht ihn zum Tag des Polizeiproblems. Gemeint ist damit die immer offensichtlicher werdende Durchsetzung der Sicherheitsbehörden durch Rechte und ihre Auswirkungen für die gesamte Bevölkerung.
Es ist gerade eine Woche her, dass in ganz Deutschland linke Demos zum 1. Mai von der Polizei grundlos angegriffen wurden. In Frankfurt prügelten sie so auf die Leute ein, dass das Blut auf der Straße liegen blieb. Zwei Personen erlitten einen Schädelbasisbruch, mehreren anderen wurden die Arme gebrochen. Genau das ist, was wir meinen, wenn wir von einem Polizeiproblem reden. Doch nicht nur das.
Wöchentlich gibt es neue Enthüllungen und Skandale über Faschos bei der Polizei. Eigentlich braucht es einen gar nicht zu wundern, dass die solch einen Spaß daran haben, auf linke loszugehen. Sie sind geschützt, wissen genau, dass ihnen vor Gericht nichts passieren wird, und können ungestraft prügeln.
Doch es trifft bei weitem nicht nur Linke. Immer wieder beweist die Polizei wie unfähig sie ist mit Menschen in psychischen Ausnahmesituationen umzugehen. Statt Empathie und Sensibilität bekommen die Betroffenen meist Kugeln ab. Und wenn es weniger schlimm endet, liegt man mit dem Knie im Nacken auf dem Pflaster. Aber Hey, die bei der Polizei sind auch nur Menschen und wenn sie Bock auf Selbstjustiz haben, Pech gehabt. Diesen Irren in Uniform will man nicht über den Weg laufen. Schon gar nicht, wenn man nicht deutsch genug aussieht. Da lösen sich plötzlich alle bürgerlichen Freiheiten in Luft auf
Der 8. Mai ist der Tag der Niederlage des Faschismus in Deutschland. Doch damit wurde er noch lange nicht besiegt. Eine konsequente Entnazifizierung fand in der BRD nie statt. In Geheimdienst und Polizei übernahmen in den 50er Jahren bereits die alten Nazis wieder wichtige Positionen. Mit dieser Kontinuität müssen wir uns bis heute auseinandersetzen. Denn so lässt sich erklären, warum der Verfassungsschutz rechten Terror unterstützt, die Polizei rechte hofiert und linken die Knochen bricht, oder warum es immer wieder zu Todesfällen in Polizeigewahrsam kommt, die dann nicht aufgeklärt werden.
Eine wichtige Lehre aus der Geschichte ist, dass Faschist_innen nicht durch nettes Bitten aufzuhalten sind. Wir werden sie dazu zwingen müssen. Wir müssen anfangen, uns effektiv gegen Angriffe von rechts zu schützen, ob die Täter_innen nun Uniform tragen oder nicht.
Und an alle, die jetzt wieder sagen: „es sind doch nicht alle Polizist_innen“ sei die Frage gestellt: Wo bleibt denn dann der Aufschrei der anderen? Warum wehren die sich nicht gegen die rechte Normalität in ihrem Laden? Gerade die deutsche Geschichte zeigt doch, was passiert wenn der Rest schweigt. Also hört auf rumzuheulen und positioniert euch! An diesem Punkt gibt es kein dazwischen!
Was uns übrig bleibt, ist die Solidarität: Unterstützten wir uns gegenseitig, wenn wir von Polizeigewalt und ihren juristischen Folgen betroffen sind. Verteilen wir die Last auf vielen Schultern, damit Einzelne nicht daran zerbrechen.
Wehren wir uns gemeinsam gegen das Polizeiproblem, denn nicht nur in den USA gilt:
no justice? – no peace!
Für eine konsequente Entnazifizierung der Sicherheitsbehörden!